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Ouagadougou-Newsletter # 11 - Mai 2006
Warten im Mai
Ouagadougou, 03.06.2006
WARTEN AUF ABKÜHLUNG
Endlich ist die Regenzeit da. Anfangs des Monats nur gelegentlich, inzwischen schon fast regelmäßig zieht alle paar Tage ein heftiger Sturm auf, verdunkelt den Himmel binnen Minuten und entlädt sich schließlich in einem kurzen, aber starken Gewitter. Das sonst so lebhafte Ouagadougou kommt dann für kurze Zeit zum Stillstand: die Läden werden verbarrikadiert, die Menschen flüchten sich in die Häuser, der Strom fällt aus. Aber binnen Stundenfrist scheint alles wieder vergessen, das Leben wieder wie gewohnt weiterzugehen. Lediglich die Pfützen in den Staubpisten des Quartiers zeugen dann noch vom vergangenen Gewitter.
Fast wäre und schon ein Teil unseres Wellblechdachs in einem solchen Sturm weggeflogen, wenn wir es nicht noch in letzter Sekunde mit Steinen beschweren hätten können – doch trotzdem warten wir auf die erhoffte Abkühlung bisher vergeblich. Zwar kühlt der Regen die Luft kurz ab, schon wenige Stunden später ist es dann aber nicht nur heiß wie zuvor, sondern auch noch schwül geworden.
 Im Sturm fliegt das Dach fast weg, wird dann aber noch in letzter Sekunde durch Steine gerettet.
WARTEN AUF SOLARZELLEN
Ganze 60 Solarmodule umfasst die Lieferung, die bereits Anfang des Monats in Ouagadougou eingetroffen war. In der Zwischenzeit mussten wir lernen, dass „eintreffen“ keinesfalls mit „erhalten“ zu verwechseln ist: Importformalitäten, Transit, Zollbefreiung und Transport dauerten schließlich so lange, dass wir das seit Monaten erwartete Material erst Ende des Monats voller Erleichterung in Empfang nehmen konnten.
Der Erhalt der Solarzellen bedeutet gleichzeitig den Startschuss für die solare Elektrifizierung von fünf Schulen. Anfang Juni dürfen sich zwei Schulen im Zentrum über Licht für Unterrichtsvorbereitung, Abendkurse, Hausaufgaben und Alphabetisierungskurse freuen. Ende des Monats stehen zwei abgelegene Schulen inmitten des Sahel auf dem Plan, etwa auf halber Strecke zwischen Ouagadougou und Timbuktu. Anfang Juli erhält dann eine weitere Schule Solarlicht für den Abend.
WARTEN AUF FUSSBALL
Auch wenn wir tragischerweise die WM im eigenen Land nicht im eigenen Land erleben werden können, so wird sie doch ein ganz besonderes Erlebnis sein: gleich drei Nachbarländer von Burkina Faso spielen mit, zudem wird jedes Spiel in einem großen Veranstaltungszentrum in der Innenstadt auf Großbildleinwand übertragen. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass Côte d’Ivoire, Togo und Ghana ihre zahllosen euphorischen burkinischen Fans nicht enttäuschen werden!
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