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Ouagadougou-Newsletter # 05 - November 2005
Erfolgreiche Elektrifizierung, kaputter Computer, staubiger Sahel
Ouagadougou, 30.11.2005
Premiere im November: Endlich durften wir bei einer Schulelektrifizierung selbst dabei sein! Für zwei Tage ging es in das 8.000-Seelen-Dorf Dapélogo, 40 Kilometer nördlich von Ouagadougou.
Trotz der vermeintlichen Nähe zur Hauptstadt sucht man Strom und fließendes Wasser hier vergebens. Für uns ein guter Grund, zwei Klassenzimmer des örtlichen Collèges mit solarer Beleuchtung auszustatten – damit Schüler wie Lehrer Licht für ihre Unterrichtsvorbereitungen haben und Alphabetisierungskurs angeboten werden können.
Weil wir als Solarzivis jedoch keine ausgebildeten Techniker sind, begleiteten uns drei Fachkräfte für die Durchführung der Installation. Während Marcus und ich also filmten, fotografierten und mit den Schülern der Abschlussklasse ins Gespräch kamen, montierte Franck die beiden Solarpanels aufs Dach, hängte Marc die ersten Lampen auf und klärte Dimas die letzten Details mit dem Direktor.
Noch in der Nacht hatten unsere Techniker mit einer eindrücklichen Geschwindigkeit und der gewohnten Routine 150 Meter Kabel verlegt, zwölf Lampen aufgehängt, vier Schalter montiert und zwei Akkus in Betrieb genommen. In der gleichen Zeit hatten wir 300 Bilder geschossen und über 30 Minuten Film aufgenommen.
Aber nicht alles lief im November so reibungslos ab: Mitte des Monats wollten wir eigentlich unseren Computer mit neuen Teilen aus Deutschland aufrüsten, dabei gab aber die Hauptplatine den Geist auf. Totalschaden also. In Deutschland wären wir wohl in den nächsten Computerladen gegangen und hätten uns ein neues Motherboard gekauft – in Burkina geht das aber leider nicht so einfach. Also mussten wir mit ausrangierten PC-Teilen improvisieren. Nach zwei Tagen Herumtüfteln hatten wir wenigstens wieder einen passablen Rechner zusammen, dafür aber unser Wochenende geopfert!
Fast wie eine Entschädigung kam uns da die anschließende Reise in den Norden vor: bereits auf dem Hinweg hatten wir bei einem Schulbesuch einen Sack Erdnüsse, ein Huhn und ein Schaf geschenkt bekommen, im burkinischen Sahel erwarteten uns dann die wohl eindrücklichsten Erfahrungen unseres bisherigen Aufenthaltes. Mitten in der Einöde, fernab von befestigten Straßen, schweifte unser Blick über die weite Savanne: sandiger, toter Boden durchsetzt von kargem Strauchbewuchs, kahlen Bäumen und kolossalen Termitenhügeln – und dazwischen vereinzelte Ansammlungen von Hütten. In diesen Dörfern des Sahel scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, hier leben die Menschen noch wie seit jeher.
Doch das Leben in der Savanne ist hart: die fortschreitende Wüste lässt das Land unfruchtbar werden, bleibt dann noch – wie im vergangenen Jahr – der Regen aus, sind schwere Hungersnöte die Folge. Häufig über 90 Prozent der Viehzüchter und Bauern hatten nie die Möglichkeit, lesen und schreiben zu lernen. Eine Entwicklung aus eigener Kraft bleibt den Menschen hier somit von Vornherein verwehrt.
Deswegen galt unsere Reise in den Sahel dem Vorbesuch zwei Grundschulen in der Einöde, die wir nun elektrifizieren wollen. Die Menschen in den betroffenen Dörfern sollen dadurch die Möglichkeit bekommen, am Abend Alphabetisierungskurse zu besuchen – als erster Schritt in Richtung einer selbstständigen und nachhaltigen Entwicklung!
 Stolze Solarzivis posieren hinter den beiden Solarpanels auf dem Dach des Collèges von Dapélogo
 Reich beschenkt: ein Schaf, ein Huhn, zwei Zivis
 Blick über die weite Savanne...
 Gruppenbild mit den Schülern einer Grundschule im Sahel
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