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Ouagadougou-Newsletter # 04 - Oktober 2005
Von Staub, Straßenräubern und schweren Stürzen
Ouagadougou, 31.10.2005
Auch im dritten Monat durften wir Neues erleben, immer wieder passierte Unerwartetes von Langeweile also keine Spur!
Eine dieser neuen Erfahrungen war die nun beginnende Trockenzeit: nachdem es zuvor häufig regnete und selbst nachts meist schwül-heiß mit Temperaturen von über 30 Grad war, ist es nun zwar immer noch heiß, aber eben auch trocken und staubig. Die Mofatouren in der Mittagshitze werden dadurch zwar unerträglich, nachts kühlt es dafür oft unter 30 Grad ab. Zum Schlafen ist das angenehm, im Fahrtwind des Mofas fast schon ein bisschen frisch so sehr haben wir uns schon an die tropischen Temperaturen gewöhnt!
Gewöhnt habe ich mich inzwischen auch an die Arbeit in den Projekten. Während der Aufbau der intelligenten Solarakkupacks zwar viel Spaß macht, aber wenig Abwechslung bringt, stand bei den Schulen in diesem Monat etwas Neues auf dem Programm: die Beleuchtung von drei ländlichen Schulen mit jeweils einer Solaranlage!
Voller Vorfreude hatten wir uns an die Vorbereitung für die dreitägige Reise in den Osten des Landes gemacht bis eben doch wieder kurzfristig etwas dazwischen kam. Vorsichtshalber hatten wir ein paar Tage vor Abfahrt bei der Botschaft angefragt, und prompt war uns nachdrücklich von unserem Unterfangen abgeraten worden: wegen häufigen Überfällen in der Region, der momentanen Erntezeit und dem beginnenden Präsidentschaftswahlkampf wäre die Strecke besonders für uns Weiße einfach zu unsicher, europäische Organisation würden ihre Mitarbeiter aktuell gar nur im bewaffneten Konvoi reisen lassen.
Das Verbot unseres Chefs, bei der Installation mitzukommen, war da natürlich keine Überraschung aber dennoch eine Enttäuschung, die jedoch nur so lange anhielt, bis wir von einem Überfall genau auf der geplanten Strecke und genau am geplanten Reisetag erfahren mussten, bei dem sogar ein Mensch umgekommen war! Glück also, dass wir nicht mit dabei gewesen waren, und Glück auch, dass den Technikern nichts passiert war, die die Installation ohne uns durchgeführt hatten
Dieser Monat war aber nicht nur wegen Überfällen besonders gefährlich, sondern auch man glaubt es kaum wegen dem Ramadan, während dem hier von großen Teilen der muslimischen Bevölkerungsmehrheit gefastet wird. Am Tag wird dabei aufs Essen verzichtet und auch Trinken ist tabu, die ganz Harten schlucken nicht einmal den eigenen Speichel und das bei diesen tropischen Temperaturen und der staubig-heißen Luft! Die Folge: gerade gegen Abend nimmt die Konzentration vieler Verkehrsteilnehmer bedenklich ab und das kann im Verkehrschaos der burkinischen Hauptstadt tödlich sein! Noch mehr als sonst müssen wir aufpassen, um nicht in eine Kollision verwickelt zu werden, noch mehr als sonst müssen wir grüne Zweige auf der Straße sehen, die vor Unfallstellen warnen. Meist sind es Mofafahrer, die es besonders hart trifft ohne Helm und funktionierende Bremsen leider kaum verwunderlich.
Langweile ist in diesem Strom neuer Eindrücke und Erfahrungen auch weiterhin nicht abzusehen und genau das macht unser Leben in Afrika so interessant, so einzigartig, so lohnend!
 Die Schüler der Schule von Gningdougou im Osten des Landes
 Solarinstallation auf dem Dach der Grundschule von Gningdougou - leider ohne uns
 In Komangou gehen die Lichter an
 Licht im Klassenzimmer - auch in Komadougou
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